Frühe Geschichte Spaniens: Von der Steinzeit bis 1492

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Spanien wirkt heute modern, laut und schnell – aber die Wurzeln reichen sehr weit zurück. Auf der Iberischen Halbinsel
haben schon in der Steinzeit Menschen gelebt. Später kamen Händler aus dem Mittelmeerraum, dann Römer, Westgoten und
ab dem Jahr 711 die Mauren. Viele Orte, die du als Tourist besuchst – Altstädte, Stadtmauern, römische Ruinen,
maurische Festungen – sind direkte Spuren dieser frühen Geschichte.In diesem Artikel bekommst du einen gut lesbaren Überblick: chronologisch, mit den wichtigsten Namen, Daten und
„Warum ist das heute noch sichtbar?“. Wenn du danach weitergehen willst: Für die Neuzeit Spaniens
haben wir einen eigenen Artikel.

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1) Die Iberische Halbinsel vor der Geschichte: Steinzeit und frühe Spuren

Lange bevor es „Spanien“ gab, lebten Menschen in Höhlen, jagten Wild und hinterließen Kunst. Besonders bekannt sind
Höhlenmalereien und Felszeichnungen. Sie zeigen: Die Region war nicht „leer“ oder „abgelegen“, sondern Teil früher
Wanderungen und Kulturen in Europa.

Warum das für Reisende interessant ist

  • Viele Museen in Spanien erklären die Vorgeschichte sehr anschaulich (Funde, Werkzeuge, Rekonstruktionen).
  • In einigen Regionen gibt es archäologische Parks und Höhlen, die du besichtigen kannst (teils nur geführt).
  • Die Landschaft (Gebirge, Küsten, Flusstäler) erklärt, warum sich Menschen früh hier niederließen.

2) Iberer, Kelten und die ersten „Regionen“

Ab der Eisenzeit wird es greifbarer: Im Süden und Osten lebten Iberer, im Norden und Westen gab es keltische Gruppen,
dazwischen Mischformen (oft „Keltiberer“ genannt). Das waren keine Staaten wie heute, sondern Stämme und regionale
Gemeinschaften. Trotzdem entstanden bereits befestigte Siedlungen, Handelsplätze und lokale Machtzentren.

Was blieb davon übrig?

Nicht „ein Bauwerk“, sondern Spuren in archäologischen Funden, Ortsnamen, alten Siedlungslagen – und indirekt in der
späteren römischen Verwaltungsstruktur. Viele heutige Regionen waren schon damals geografisch klar: Küstenräume,
Flusstäler, Hochland.

3) Händler am Rand Europas: Phönizier und Griechen

Mit dem Mittelmeerhandel kamen neue Ideen: Schrift, Münzen, bessere Schiffe, Fernhandel. Die Phönizier (aus dem
östlichen Mittelmeerraum) gründeten Handelsstützpunkte – vor allem im Süden. Griechen hatten ebenfalls Kolonien bzw.
Handelsorte an der Küste, besonders im Nordosten.

Diese Kontakte waren wichtig, weil sie Spanien früh in ein mediterranes Netzwerk einbanden. Es ging um Metalle,
Salz, Fischprodukte, Keramik, Wein, Olivenöl – und Wissen.

4) Karthago und der Kampf um das westliche Mittelmeer

Karthago (aus Nordafrika) übernahm in Teilen die Rolle der Phönizier. Für die Iberische Halbinsel wurde das im
3. Jahrhundert v. Chr. geopolitisch relevant: Spanien war reich an Ressourcen, strategisch wichtig und ein
Ausgangspunkt für militärische Pläne.

Der Konflikt zwischen Karthago und Rom (Punische Kriege) führte dazu, dass Rom schließlich große Teile Hispaniens
eroberte. Ab da beginnt die Phase, die man im heutigen Spanien oft am stärksten „sehen“ kann: die Römerzeit.

5) Römisches Hispania: Straßen, Städte, Recht und Alltag

Rom brachte Verwaltung, Infrastruktur und langfristige Stabilität – allerdings nach harten Eroberungskriegen.
„Hispania“ wurde Teil des Römischen Reiches. Für Reisende ist das spannend, weil in Spanien bis heute viele römische
Bauwerke erhalten sind: Theater, Aquädukte, Brücken, Stadtmauern, Villen, Mosaike.

Was die Römer konkret verändert haben

  • Städte: Viele Städte entwickelten sich zu römischen Zentren mit Forum, Tempeln und Thermen.
  • Straßen: Ein dichtes Straßennetz erleichterte Handel und Militär – Grundlage vieler späterer Wege.
  • Sprache: Aus dem gesprochenen Latein entwickelte sich später Spanisch (und weitere romanische Sprachen).
  • Recht & Verwaltung: Römisches Recht prägte Strukturen, die in Europa lange nachwirkten.
  • Wirtschaft: Landwirtschaft (Oliven, Wein), Bergbau und Handel wurden stark ausgebaut.

Warum du „Römer-Spuren“ oft in Altstädten findest

Viele moderne Städte stehen buchstäblich auf römischen Fundamenten. Selbst wenn du „nur“ durch eine Altstadt läufst,
verläuft der Stadtplan oft noch grob nach alten Achsen. In Museen sieht man dann, wie unter heutigen Straßen frühere
Schichten liegen.

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6) Vom Römischen Reich zu neuen Mächten: Die Westgoten

Als das Weströmische Reich zerfiel, entstanden neue Herrschaften. Auf der Iberischen Halbinsel setzten sich die
Westgoten (germanisches Volk) durch. Ihr Reich hatte Zentren im heutigen Spanien und war stark christlich geprägt.

Wichtig ist: Es war keine „Rückkehr ins Chaos“. Es gab weiterhin Verwaltung, Städte, Kirche, Recht – aber mit
anderen Machtstrukturen. Die Westgotenzeit wird oft weniger sichtbar wahrgenommen als Römer oder Mauren, spielt aber
als Übergang eine große Rolle.

Was man aus der Westgotenzeit heute noch merkt

  • Frühe Kirchen- und Klostertraditionen (später stark ausgebaut).
  • Rechtliche und religiöse Entwicklungen, die das Mittelalter beeinflussten.
  • Ein Machtzentrum, das später durch die islamische Eroberung erschüttert wurde.

7) 711: Beginn von al-Andalus (islamische Herrschaft in Teilen Spaniens)

Im Jahr 711 begann eine Phase, die viele der bekanntesten Monumente Spaniens indirekt möglich machte: Truppen aus
Nordafrika überschritten die Meerenge von Gibraltar und besiegten westgotische Kräfte. In den folgenden Jahrzehnten
entstand al-Andalus, ein islamisch geprägter Herrschaftsraum auf der Iberischen Halbinsel.

Wichtig: Das war nicht „ein Block“, sondern eine lange, wechselhafte Zeit. Gebiete wechselten, Dynastien kamen und
gingen, und es gab Phasen starker kultureller Blüte – genauso wie Zeiten von Konflikt und Spaltung.

Warum das bis heute überall „sichtbar“ ist

  • Architektur: Bögen, Innenhöfe, Gärten, Wasserspiele – viele Motive stammen aus dieser Zeit.
  • Städte: Stadtviertel, enge Gassen und Befestigungen wurden teils ausgebaut oder neu angelegt.
  • Wissen: In bestimmten Epochen gab es starke Entwicklungen in Medizin, Mathematik, Astronomie und Philosophie.
  • Landwirtschaft: Bewässerung und neue Anbauformen prägten Regionen nachhaltig.

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8) Christliche Reiche im Norden und die frühe Reconquista

Während große Teile der Halbinsel islamisch geprägt waren, bildeten sich im Norden christliche Herrschaften. Dort
begann eine lange Phase, die später als „Reconquista“ (Rückeroberung) bekannt wurde – aber auch das war kein
geradliniger Feldzug, sondern ein komplexer Prozess über Jahrhunderte, mit Allianzen, Grenzverschiebungen und
politischen Interessen.

Für Reisende wird das besonders greifbar in Burgen, Stadtmauern, Kathedralen, mittelalterlichen Altstädten und den
berühmten Pilgerwegen. Viele Orte, die heute als „typisch spanisch“ gelten, bekamen ihr Gesicht im Mittelalter.

9) Königreiche, Städte, Handel: Das Spanien des späten Mittelalters

Im späten Mittelalter wuchsen Städte, Handel und regionale Macht. Es entstanden größere politische Einheiten,
darunter Kastilien und Aragón, die später eine zentrale Rolle bei der „Entstehung Spaniens“ spielen.
Gleichzeitig blieb das kulturelle Bild gemischt: Christen, Muslime und Juden lebten je nach Zeit und Region in
unterschiedlicher Nähe – manchmal friedlich nebeneinander, manchmal unter starkem Druck.

Wichtige Entwicklung: Die Vereinigung durch Heirat

Ein Schlüsselmoment ist die dynastische Verbindung von Kastilien und Aragón (später bekannt als „Katholische Könige“).
Sie war ein wichtiger Schritt in Richtung eines vereinten Staates – aber Spanien blieb lange ein Zusammenspiel
verschiedener Regionen und Traditionen.

10) 1492 als Zäsur: Ende von Granada, Beginn einer neuen Epoche

Das Jahr 1492 ist in der Geschichtsschreibung eine starke Zäsur: Die Einnahme Granadas beendete das Emirat von
Granada als letzten islamischen Staat auf der Halbinsel. In derselben Zeit begann Spanien seine Expansion über Europa
hinaus. Damit startet die „Neuzeit“, die wir in einem separaten Artikel behandeln:
Neuzeit Spaniens.

Zeitleiste: Frühe Geschichte Spaniens auf einen Blick

Zeit Was passiert? Was sieht man heute?
Steinzeit Frühe Besiedlung, Höhlenkunst, Jagd- und Sammlerkulturen Höhlen/archäologische Parks, Museen
Eisenzeit Iberer, Kelten, Keltiberer – regionale Kulturen Funde, Siedlungsreste, lokale Museen
ab ca. 1. Jt. v. Chr. Phönizier & Griechen: Handel, Küstenstützpunkte Küstenarchäologie, Handelsreste
3.–2. Jh. v. Chr. Karthago vs. Rom, Punische Kriege Militär- und Siedlungsspuren, Museumskontext
ab 2. Jh. v. Chr. Römische Provinzen in Hispania, Ausbau von Städten & Straßen Theater, Brücken, Aquädukte, Stadtpläne
5.–8. Jh. Westgotenreich als Nachfolger römischer Strukturen Kirchliche Spuren, wenige Bauwerke
ab 711 al-Andalus, maurische Dynastien, kulturelle Blüte & Konflikte Festungen, Paläste, Altstadtstrukturen
Mittelalter Christliche Königreiche im Norden, Grenzverschiebungen Burgen, Kathedralen, Stadtmauern
1492 Einnahme Granadas – Beginn einer neuen Epoche Alhambra/Granada als Symbol, Übergang zur Neuzeit

Praktische Reisetipps: So erlebst du die frühe Geschichte vor Ort

Welche Orte lohnen sich besonders?

  • Granada: Für maurische Geschichte – vor allem die Alhambra. Siehe auch: Granada und Alhambra.
  • Sevilla: Für Paläste und Stadtgeschichte. Passend: Sevilla und Alcázar.
  • Barcelona: Für römische Spuren + späteren Städtebau (und natürlich Gaudí als „Bonus“). Start: Barcelona.
  • Madrid: Für Museen, die Geschichte gut erklären. Siehe: Madrid und Museo del Prado.

Tickets & Zeitfenster: Was du wissen solltest

  • Bei Top-Sehenswürdigkeiten sind Zeitfenster normal (besonders in Granada und Barcelona).
  • Wenn du nur wenige Tage hast, hilft eine Führung oft dabei, „Kontext“ zu bekommen – statt nur Fotos.
  • Plane im Sommer mehr Puffer ein (Hitze, Schlangen, Siesta-Zeiten).

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Viele historische Orte liegen außerhalb der großen Städte (Burgen, Ausgrabungen, kleine Altstädte).
Mit Mietwagen bist du flexibler. Flüge findest du oft günstiger, wenn du früh vergleichst.

FAQ: Häufige Fragen zur frühen Geschichte Spaniens

Wann beginnt die „Geschichte Spaniens“ eigentlich?

Als Staat entsteht Spanien viel später. „Frühe Geschichte Spaniens“ meint in der Regel die Entwicklung auf der Iberischen
Halbinsel: Vorgeschichte, antike Kulturen, Römerzeit, Westgoten und al-Andalus bis zur Zäsur 1492.

Was ist für Touristen am sichtbarsten: Römer oder Mauren?

Beides. Römer sieht man oft in Form von Ruinen (Theater, Brücken, Mosaike). Maurische Zeit sieht man häufig in
Architektur, Gärten, Palästen und Stadtstrukturen – besonders in Andalusien.

Warum ist 1492 so wichtig?

1492 endet das Emirat von Granada als letzter islamischer Staat auf der Halbinsel. Gleichzeitig beginnt eine neue Phase
spanischer Machtpolitik. Das ist ein guter Übergangspunkt zur Neuzeit Spaniens.

Welche Regionen sind für „Geschichte“ am besten?

Andalusien (maurisch + mittelalterlich), Katalonien (Städteentwicklung), Kastilien (Königreiche, Burgen) – aber fast jede
Region hat eigene Schichten. Wenn du an der Küste unterwegs bist, lohnt sich oft ein Abstecher ins Hinterland.

Interne Links: Passende Artikel auf spanien-reiseinfos.de

Andere Internet-Reiseführer:   www.griechenland-insel.de   www.kroatien-reiseinfo.de

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